Genversuch in Australien abgebrochen
Genmanipulierte Erbsen verursachen
Lungenkrankheit bei Feldmäusen - Rückschlüsse auf den Menschen
möglich
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B21f) Gentechnik
In Australien ist ein mehrjähriger Versuch mit gentechnisch veränderten
Erbsen aus Sicherheitsbedenken abgebrochen worden. Die Erbsen hätten
bei Feldmäusen eine Lungenkrankheit ausgelöst, berichtete der
Sender ABC . Schuld an der beobachteten Immunreaktion der Nager ist nach
den im "Journal of Agricultural and Food Chemistry" veröffentlichten
Forschungsergebnissen wahrscheinlich ein verändertes Protein.
"Die Reaktion der Mäuse auf das Protein könnte etwas widerspiegeln,
was auch bei Menschen geschehen würde", sagte der Vizechef des
staatlichen australischen Forschungsinstituts CSIRO, Thomas Higgins. Die
gentechnisch veränderte Erbsenpflanze ist nach CSIRO-Angaben resistent
gegen den Befall durch den Gemeinen Erbsenkäfer (Bruchus pisorum),
der Ernteausfälle von bis zu 30 Prozent verursachen kann. Die
Forscher hatten den Erbsen dafür ein Bohnen-Gen eingepflanzt, das
ein Enzym (Alpha-Amylase) für die Verdauung von Stärke blockiert.
Die Larven der Schädlinge können so die Stärke der Gen-Erbsen
nicht verdauen und verhungern.
Die Forscher wunderten sich zunächst, warum gewöhnliche Bohnen
bei den Mäusen nicht dieselbe Reaktion hervorrufen. Die Antwort liegt
nach ihren Erkenntnissen in einer winzigen Veränderung durch den
natürlichen Prozess der Glykoselierung. Dabei werden an das nach
der Gen-Vorlage produzierte Protein bestimmte Zuckermoleküle angehängt.
Selbst Greenpeace hat die gesundheitlichen Risiken von Gen-Food bisher
eher unterschätzt, erklärt Then. Neueste Forschungsergebnisse
zeigen jedoch, dass es faktisch unmöglich ist, diese Risiken umfassend
zu prüfen. Es ist mehr oder weniger Zufall, ob gesundheitliche Auswirkungen
rechtzeitig entdeckt werden. Ein Zulassungsstopp für Gen-Saaten ist
die einzig sinnvolle Konsequenz.
Test in Australien bis heute die Ausnahme
Die Ergebnisse einer internationalen Konferenz mit dem Titel Gen-Saaten
- Das unterschätzte Risiko, die jetzt in Frankfurt am Main stattgefunden
hat, stützen die Greenpeace-Forderungen. Wissenschaftler aus Frankreich,
Italien, der Schweiz und England stellten dort generelle Unwägbarkeiten
im Umgang mit den Gen-Saaten fest und kritisierten die EU-Zulassungsverfahren
als nicht ausreichend.
Professor Arpad Pusztai aus Ungarn, der bereits vor Jahren Fütterungsversuche
mit den umstrittenen Gen-Erbsen durchgeführt hat, sagte in Frankfurt:
Es ist wichtig, dass die Warnhinweise bei Gen-Pflanzen ernster genommen
werden, besonders wenn die menschliche Gesundheit betroffen sein kann.
Ein großes Problem ist, dass bisher keine anderen, langjährigen
Studien wie in Australien durchgeführt wurden und dass keine
Zulassungsbehörde auf der Welt solche Tests verlangt.
Gesundheitsgefährdender Gen-Mais kurz vor Zulassung in EU
Für den europäischen Markt wurde bereits ein Gen-Mais als Futtermittel
zugelassen, der im Tierversuch negative Auswirkungen bei Ratten gezeigt
hat. Die Zulassung als menschliches Lebensmittel für den Gen- Mais
der Firma Monsanto mit dem Kürzel MON863 steht unmittelbar bevor.
Vor diesem Hintergrund fordert Greenpeace vom neuen Bundesumweltminister
Sigmar Gabriel, in Brüssel ein deutliches Zeichen für mehr
Schutz von Mensch und Umwelt und gegen die weitere Vermarktung von Gen-Saaten
zu setzen.
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