Bürgerinitiative



Dr.med.Cornelia Waldmann-Selsam Bamberg, den 2.07.06
Karl-May-Str.48
96049 Bamberg
Tel.0951-12300
Fax.0951-2972506

Ärztliche Stellungnahme

Mikrowellensyndrom weit unterhalb der Grenzwerte der 26.BimschV bei Anwohnern der Mobilfunksender Kaiserslauterer Str. 77 und 86, Homburg /Saar-Bruchhof (Inbetriebnahme 2000 und 2005)
Dringendster Verdacht auf Erkrankungen weiterer Anwohner in ursächlichem Zusammenhang mit der Hochfrequenzexposition


Sofortige Untersuchungen seitens der Behörden wegen akuter Gesundheitsgefährdung geboten


Einwohner von Homburg/Saar- Bruchhof hatten bei der Ärzteinitiative Bamberger Appell um Hilfe gebeten.
In letzter Zeit war es im Umkreis der Mobilfunksender zu Krankheitshäufungen bei Anwohnern gekommen. Am 29.3.06 habe ich in 7 Haushalten ( 14 Erwachsene, 5 Kinder) Befragungen und orientierende Summenmessungen der hochfrequenten EMF (800- 2500 MHz) durchgeführt. Die Messungen erfolgten mit dem Gerät HF 38 B der Firma Gigahertz Solutions. Im Juni 2006 wurde ich telefonisch über die Verschlimmerung der Symptomatik bei einzelnen Anwohnern informiert.
1.Mobilfunksender: Kaiserslauterer Str. 77 ( Inbetriebnahme: 2000)
2.Mobilfunksender: Kaiserslauterer Str. 86 (Inbetriebnahme: 10/ 2005) mit UMTS
Bei der Angabe der Entfernungswerte betrifft der erste Wert den 1. Sender und der zweite Wert den 2.Sender.

Nr.1 Familie, Kaiserslauterer Str.
Entfernung: ca.80 m/ 35 m
Sicht: ja
DECT: bis vor ca. 3 Jahren
Wohnzimmer 5 µW/m²
Schlafzimmer 10-35 µW/m²
Kinderzimmer 20 ( offenes Fenster 150) µW/m²
Küche 20-50 µW/m²
Bad 40 µW/m²
Esszimmer 40-200 µW/m²
Terrasse 25 µW/m²
Garten 200-300 µW/m²

Die 42-jährige Frau berichtete, dass seit ca. 3 Jahren schleichend und an Stärke zunehmend folgende Symptome aufgetreten seien: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Unruhe, Reizbarkeit, Antriebsarmut, Stimmung lebensmüde, ständige Erschöpfung, häufige Infekte begleitet von Herpes, chronische Nasennebenhöhlenentzündung, vergrößerte Lymphknoten, Herzschmerzen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Nackensteifigkeit, Drehschwindel, Konzentrationsstörungen, Wortfindungsstörungen, Haarausfall. Wegen schlagartig aufgetretener Unterfunktion der Schilddrüse Einnahme von Euthyrox . Seit Dez.2005 Hitzegefühl am Hinterkopf, Brennen auch innerlich, Kribbeln an den Beinen, unruhige Beine, ständiges Grübeln.
Während eines Aufenthaltes bei ihrer Schwester in Canada vor 2 Jahren habe sie sich blendend gefühlt.
Der Ehemann schlafe teilweise unruhig und schwitze nachts.
Der 21-jährige Sohn wache seit 2 Jahren nachts auf. Seit einigen Monaten bestehe nächtliches Zähneknirschen. Er fühle sich immer gestresst, reagiere oft überreizt und verliere die Kontrolle über das eigene Handeln. Im Nachhinein tue es ihm leid. Es gäbe eigentlich keinen Grund in seinem Leben für dieses ständige "Stressgefühl". Außerdem treibe er viel Sport. Im Freien fühle er sich wohler und werde ruhiger ("ich muss raus").
Teilweise habe er Probleme mit der Konzentration und beim Erfassen neuer Inhalte.
Seit sechs Wochen nehme er nach einer Blutuntersuchung Tabletten gegen Unterfunktion der Schilddrüse.Seit fünf Wochen habe sich die Gereiztheit extrem verstärkt. Außerdem sei Brennen, Rötung und Schmerzen der Augen aufgetreten.
Telefonat 6/06: der Heuschnupfen sei viel stärker als letztes Jahr; die Nase sei permanent zu und er habe häufig Nasennebenhöhlenentzündungen. Sehr viele Menschen im Umkreis würden dieses Jahr unter Allergien leiden. Er schwitze verstärkt und habe häufig Durst. Seit 6 Monaten komme es manchmal zu schmerzhaften Magenkrämpfen mit anschließendem Durchfall. Konzentrationssprobleme und Stimmungsschwankungen beständen weiterhin.

Seit 3 Jahren seien die vorher immer zahlreich vorhandenen Frösche aus dem Gartentümpel (ohne Fische) verschwunden. Bei den letzten gesehen Fröschen seien Fehlbildungen gesehen worden. In diesem Jahr eingesetzte Kaulquappen seien innerhalb weniger Tage verschwunden. Außerdem habe sich die Anzahl der Kröten auf einige wenige Exemplare reduziert.
Nr.2 Frau, Kaiserslauterer Str.
Entfernung: 80 m/ 30 m
Sicht:ja
DECT: nein
Wohnzimmer 20 µW/m²
Schlafzimmer 35 (offenes Fenster 150) µW/m²
Küche 50 µW/m²
Garten 200 µW/m²

Die 78-jährige Frau leide seit vielen Jahren unter hohem Blutdruck, Osteoporose, Hypercholesterinämie, Diabetes und sei fast blind. Vor 8 Jahren erhielt sie einen Bypass.
Sie sei schon seit mehreren Jahren auf die Hilfe der Tochter im Nebenhaus angewiesen, da sie vor Allem Angst habe. In den letzten Monaten leide sie unter Schlafstörungen, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Unruhe, Gelenk- und Gliederschmerzen und Schwindel.
Seit ca. 3 Monaten seien jedoch weitere, ungewöhnliche Symptome hinzugekommen: Schmerzen als hätte man sich den Körper verbrannt; Brennen auf dem Kopf, Klopfen über den Augen, entzündete Augen morgens, unruhige Beine, starker Schwindel, inneres Zittern, nachts 10-maliges Wasserlassen.
Vor 2 Jahren wurde eine künstliche Linse eingesetzt, die sich jedoch bereits getrübt habe.
In den letzten 10 Jahren sei sie 3 mal bei der Tochter in Canada gewesen. Dort habe sie sich körperlich viel wohler gefühlt.
Nach telefonischer Auskunft (6/06) der Tochter habe sich der Zustand der Mutter weiter verschlimmert. Sie leide unter starkem Schwindel und das Brennen käme wie in Anfällen. Auch die Augen würden warm und würden brennen.. In einem daraufhin durchgeführten CT des Kopfes konnte kein pathologischer Befund nachgewiesen werden.

Nr.3 Ehepaar, Bahnweg
Entfernung: ca. 40 m/ ca. 80 m
Sicht: ja
DECT: nein
Wohnzimmer 160 µW/m²
Schlafzimmer 400-1000 µW/m²
Kinderzimmer 700 µW/m²
Küche 200-500 µW/m²
Bad 200-300 µW/m²
Garten 200-1000 µW/m²

Das Ehepaar hat das Haus von 2000 bis 2003 überwiegend in Eigenarbeit gebaut.
Der 29-jährige sportliche Mann leide seit August 2003 unter ständig zugeschwollener Nase, Augenjucken, Erschöpfung ("richtig platt"), Muskelschmerzen und Muskelschwäche an Armen und Beinen ("die Beine wollen nicht") und Rückenschmerzen. Weiterhin leide er unter Einschlafproblemen, häufigem Aufwachen, nächtlichem Schwitzen, häufigen Infekten und Gewichtszunahme. Während eines Aufenthaltes im Bayerischen Wald im Juli 2005 habe er diese Probleme nicht gehabt.
Die 27-jährige Frau habe Einschlafprobleme, werde stündlich wach und wache morgens gerädert auf mit Kopfschmerzen und brennenden Augen. Außerdem friere sie nachts auch im Sommer und benötige einen dicken Schlafanzug und mehrere Decken
Oft sei sie unruhig, benommen, schwindelig, vergesslich und finde die Worte nicht. Pro Jahr habe sie ca.5 Infekte immer mit Lymphknotenschwellungen. Manchmal beständen Ohrgeräusche, depressive Stimmung und Konzentrationsstörungen.
Da das Paar ungewollt kinderlos blieb, erfolgten verschiedene Untersuchungen. Bei der Frau wurden schwere Hormonstörungen nachgewiesen.
Die Kopfschmerzen würden regelmässig vormittags am Arbeitplatz nach einer gewissen Zeitspanne nachlassen.
Hinter dem Haus liegt eine ca. 100 m lange Weide, auf welcher 4 Schafe gehalten werden. Das zweitjüngste 6-jährige ist im Jahr 2006 ohne Vorboten plötzlich tot umgefallen. An einer im Hauptstrahl stehenden Fichtenhecke sind Braunverfärbungen in der oberen Hälfte sichtbar. Viele Fichten wurden kürzlich gefällt.
Der 5-jährige Hund sei im August 2005 auf dem Sportplatz getaumelt und umgefallen. Im Herbst 2005 habe er vorübergehend nicht reagiert. Für den Tierarzt sei dies unerklärlich gewesen.
Nr.4 Ehepaar, Kaiserslauterer Str.
Entfernung: auf dem eigenen Dach/ ca. 80 m
Sicht:ja
DECT: ja
Wohnzimmer 120-160 µW/m²
Schlafzimmer 400 µW/m²
Kinderzimmer 20-40 µW/m²
Arbeitszimmer 50 µW/m²
Küche 40 µW/m²
Terrasse 180-300 µW/m²
Balkon 600 µW/m²
Garten 100-450 µW/m²

Die 57-jährige leide seit 2-3 Jahren ständig unter extremen Schlafstörungen. Sie werde wach wie durch Gongschlag und alles kribbele. Daher schlafe sie in einem rückwärtigen Zimmer.
Oft sei sie erschöpft, unruhig, nervös, benommen, depressiv und schwindelig. Seit dieser Zeit habe sie außerdem häufig geschwollene, brennende und tränende Augen, hohen Blutdruck und manchmal Herzrasen und Gelenkschmerzen (Arme, Finger und Nacken). Wegen Unterfunktion der Schilddrüse seit einem halben Jahr Tabletteneinnahme.
Der 65-jährige leide seit 2-3 Jahren ebenfalls untr ständigem Aufwachen. Er sei immer unruhig und habe ständig Gelenkschmerzen (alle Gelenke und Schulter) und Nervenschmerzen. Seit 2 Jahren habe er behandlungbedürftigen Bluthochdruck. Oft sei er reizbar, vergesslich, schwindelig, habe Ohrgeräusche und Nasenbluten. Seit kurzem bestehe Brennen hinter dem Ohr.
Bei einem Urlaub im Mai 2005 hätten sie sehr gut schlafen können.
Der Garten hinter dem Haus steigt an. In etwa 80 m Entfernung Braunverfärbung etlicher Lebensbäume in den letzten Monaten. Sie wurden abgesägt.
Das Ehepaar hat den Vertrag mit Vodafone geschlossen, da es nichts über die Gesundheitsisiken wusste. Jetzt möchte das Paar aus dem Vertrag wieder heraus.
Nr.5 Ehepaar, Kaiserslauterer Str.
Entfernung zum Sender: 20 m/ 90 m
Sicht: ja
DECT: ja
Wohnzimmer 10 µW/m²
Schlafzimmer 10 µW/m²
Balkon 200 µW/m²

Der 71-jährige Mann hat als Monteur in einer Pumpenfirma jahrelang Kontrollen in Kernkraftwerken durchgeführt.
Seit 1955 Hypertonie
Seit 1995 Medikamente für Hypertonie
1996 Ruhestand
1998 leichter Schlaganfall; seither Vergesslichkeit
2/2005 Nephrektomie rechts wegen Tumor
Seit 2005 Gelenk- und Gliederschmerzen, Herzrhythmusstörungen
Seit 12/2005 Schlafstörungen, Reizbarkeit
Die 67-jährige Frau habe seit Dezember 2005 folgende Symptome: extreme Schlafstörungen (nachts: Schwitzen, Zähneknirschen, Hustenreiz, verschleimter Hals und unruhige Beine), Druck im Kopf, Schwindel, Muskelkrämpfe, geschwollene Augen morgens, verschwommenes Sehen, Ringe unter den Augen, schwer einstellbarer Blutdruck, Herzschmerzen, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, Gelenk- und Gliederschmerzen.
Nr.6 Familie, Erlbacher Str.
Entfernung: 140 m (der Richtfunk zeigt auf das Haus) / 200 m
Sicht: ja
DECT: nein
Wohnzimmer 1 µW/m²
Schlafzimmer 1 + ev.Richtfunk µW/m²
Kinderzimmer 14 J. 30 µW/m²
Kinderzimmer 11 J. weibl. 5 µW/m²
Kinderzimmer 11 J. männl. 500 + ev.Richtfunk µW/m²
Arbeitszimmer 30 µW/m²
Küche 5 µW/m²
Terrasse 100 µW/m²
Garten 70 µW/m²

Bei der 47-jährigen Frau sei seit Anfang 2006 neu aufgetreten: häufiges Aufwachen, ständige Erschöpfung, manchmal Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Gelenk- und Gliederschmerzen, Haarausfall, Übelkeit und Gewichtszunahme.
Der Blutdruck "mache was er will" seit 2004. Seit 2003 habe sie manchmal im Freien Ohrgeräusche.
Seit 2002 manchmal Schwindel und Gleichgewichtsstörungen.
Bei dem 49-jährigen Mann sei seit 2006 neu aufgetreten: ständiges Aufwachen, nächtliches Schwitzen, morgens geschwollene Augen, Sehstärke schwankend, Benommenheit, Kopfschmerzen, Gleichgewichtstörungen, Bluthochdruck, massive Zunahme der Taubheit linke Gesichtshälfte(wie nach Spritze), Augenschmerzen links.
Seit 2000 Ohrgeräusche
Seit 2002 chronische Erschöpfung
Seit 2003 Reizbarkeit, Gewichtszunahme
Seit 2004 Konzentrationsstörungen, Gelenk- und Gliederschmerzen (Oberschenkel, Knie, Schulter)
Seit 2005 Empfindungsstörungen linke Gesichtshälfte, Nervenschmerzen, Schwindel, Übelkeit
Als Lehrer sei er außerdem am Arbeitsplatz durch die meistens eingeschalteten Handys der Schüler hochfrequenzbelastet.
Die 14-jährige Tochter leide seit 2002 unter überraschenden Wadenkrämpfen tags und nachts und Stechen in der Brust.Seit 2003 Kopfschmerzen und Reizbarkeit
2004 seien nach Einrichtung von WLAN (Sender im Zimmer) und DECT-Telefon massive Kopfschmerzen aufgetreten. Nach Entfernung dieser Sender seien die Kopfschmerzen weniger stark, jedoch nicht verschwunden. Fühle sich immer erschöpft.
Seit 2005 oft Benommenheit und Wortfindungsstörungen, manchmal Schwindel und Übelkeit.
Die 11-jährige Tochter litt 2004 wie die ältere Schwester nach Einrichtung von WLAN unter massiven Kopfschmerzen. Leichte Besserung nach Entfernen von WLAN.
Seit Ende 2005 mehrmaliges Aufwachen, nächtliches Schwitzen und nächtlicher Durst.
Gelegentlich habe sie Wortfindungsstörungen, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Appetitlosigkeit und Übelkeit.
Seit 2006 sei sie manchmal vorübergehend nicht mehr ansprechbar gewesen.
Auch Mitschüler hätten häufig Kopfschmerzen.
Sie besucht die Robert-Bosch-Schule. Ihr Klassenzimmer sei im 3.Stock mit Sicht auf einen Mobilfunksender in direkter Nähe.
Der 11-jährige Sohn (Zwilling) sei seit 2002 vergesslich.
Seit 2003 Lernstörungen
Seit 2004 nächtliches Schwitzen
Seit Ende 2005 ständige Einschlafprobleme, nächtlicher Durst, ständige Unruhe.
Das Verhalten werde zunehmend schwieriger. Zur Zeit Untersuchung auf ADS.
Nr.7 Familie, Erlbacher Str.
Entfernung zum Sender: 70 m/ 70 m
Sicht:teilweise
DECT: bis vor 2 Jahren
Wohnzimmer 5 µW/m²
Schlafzimmer 30 µW/m²
Kinderzimmer 17 J. 25 µW/m²
Kinderzimmer 14 J. 5-15 µW/m²
Küche 5 µW/m²

Die 43-jährige Frau habe bis zum 20-igsten Lebensjahr in der v.Stemmstr.9, in der Nähe von einer Hochspannungsleitung gelebt. Sie hätte in der Kindheit und Jugend täglich Kopfschmerzen, morgendliche Übelkeit und Brechreiz und oft Nebenhöhlenentzündung gehabt. Bei Nebel habe sie Brummen gehört.
Nach Wegzug ging es ihr zunächst besser.
Seit 1986 Allergie; 2000 Entfernung mehrerer Myome
Seit 2000 nächtliches Schwitzen, Eisenmangel, vergrößerte Lymphknoten
2003 Knoten Schilddrüse
Seit 2004 Schlafstörungen, chronische Erschöpfung, Nebenhöhlenentzündung, depressive Stimmung, Konzentrationsstörungen, Übelkeit
Seit 2005 Unruhe, Kribbeln Hände und Beine, Schwindel, Gelenk- und Muskelschmerzen (Fingergelenke, Rücken, Nacken), Brennen der Handinnenflächen und der Fusssohlen, Lärmempfindlichkeit, Berührungsempfindlichkeit, erniedrigte Leukozytenzahl
Seit 1/2006 verstärkt Kopfschmerzen, Gleichgewichtsstörungen
Der 44-jährige Mann sei früher nie krank und ein ruhiger Mensch gewesen. Sein Arbeitsplatz befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Homburg.
Seit 2002 öfters Herzrasen, Herzstolpern, Herzschmerzen und Nervosität (V.a.Herzklappenentzündung).
Seit 2005 oft Kreuzschmerzen, Muskelschmerzen Waden, Brennen von Händen und vor allem Fußsohlen, Halsentzündungen, trockene Augen, Ringe unter den Augen, häufiges Aufwachen, vermehrtes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, Geruchsempfindlichkeit; manchmal Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen und Gefühl der Hilflosigkeit.
Die 17-jährige Tochter habe folgende Symptome:
Seit 2004 Haarausfall, schmerzhafte, starke Periode, häufige Nebenhöhlenentzündungen.
Seit Ende 2005 Konzentrationsstörungen, Nackenschmerzen, Reizbarkeit.
Seit 6 Wochen gehäuft Übelkeit, Herzstolpern (ev.zeitlicher Zusammenhang mit Aufenthalten bei Freund, der DECT und WLAN hat).
Der 14-jährige Sohn habe nach der Schule immer Kopfschmerzen und lege sich dann hin. Seine Stimmung sei wechselhaft. Er sei leicht reizbar. Sein aggressives Verhalten mache den Umgang mit ihm sehr schwer. Seit 6 Monaten sei er depressiv.
Seit ca. 9 Monaten vergrößerte Halslymphknoten, leichte ekzematöse Hautveränderungen, manchmal Juckreiz.

Zusammenfassung:
Es wurden 14 Erwachsene und 5 Kinder in 7 Haushalten nach der Art und dem Beginn ihrer Symptome befragt.
Gleichzeitig wurde die Hochfrequenzexposition im Bereich von 800 bis 2500 MHz in diesen 7 Haushalten zwischen 10 bis 20 Uhr orientierend erfasst. Vorhandensein von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern unterhalb und oberhalb dieses Frequenzbereiches (z.B.Richtfunk) konnte nicht überprüft werden.
Ebensowenig kann die orientierende Messung etwas über die maximal vorkommenden Feldstärken sowie über die tatsächliche, biologisch wirksame Dosis von UMTS aussagen.
Die von den Mobilfunksendern ausgehende Hochfrequenzimmission lag innerhalb dieser 7 Häuser zwischen 10 und 1000 µW/m².
In den Gärten zwischen 80 und 1000 W/m².
In 2 Haushalten erhöhte sich die Belastung durch den Betrieb eines schnurlosen DECT-Telefones, wobei die Nutzer nicht gewusst hatten, dass DECT-Telefone ununterbrochen, auch außerhalb von Telefonaten, funken.
Die Messwerte liegen zwar weit unterhalb der z.Z. gültigen Grenzwerte, aber weit über den Werten, bei welchen viele Ärzte und Arbeitgeber schwere Gesundheitsschäden beobachtet haben.
Bewertung:
Ich möchte vorausschicken, dass die meisten oberfränkischen Ärzte bis vor 2 Jahren bei den Patienten nie einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Hochfrequenzexposition und Erkrankungen in Betracht gezogen hatten. Sie hatten den offiziellen Stellungnahmen vertraut. Diese lauteten, dass nach Auswertung aller Studien keine Gesundheitsschäden zu erwarten seien. Als dann ganze Familien, ganze Nachbarschaften, nach Inbetriebnahme von Mobilfunksendern schlag-artig erkrankten, ohne dass die Ärzte eine medizinische Ursache finden konnten, fragten wir im Jahr 2004 bei den zuständigen Behörden nach. Wir baten darum, uns Studienergebnisse über den Gesundheitszustand der langzeitexponierten Anwohner von Mobilfunksendern zur Verfügung zu stellen. Wir erhielten keine Ergebnisse, da es überhaupt keine derartigen Studien gibt! Seit 1991 werden Mobilfunksender errichtet. Mittlerweile wissen wir, dass seit 1994 einzelne niedergelassene Ärzte beunruhigende Krankheitshäufungen beobachteten und an Behörden meldeten. Trotzdem wurden an keinem einzigen Standort in Deutschland Anwohner in einer wissenschaftlichen Erhebung untersucht. Wir waren erschüttert und begannen in dieser Notlage selbst ärztliche Erhebungen (Befragungen und orientierende Messungen) durchzuführen so gut wir konnten. Um die Qualität unserer Messungen zu überprüfen hatten wir an etlichen Standorten in Oberfranken Vergleichsmessungen von Ingenieuren durchführen lassen.
Insgesamt wurden in den letzten 18 Monaten zu Hause bei 1300 Menschen an 200 Mobil-funkstandorten Befragungen und Messungen durchgeführt.
Außerdem wurde die Ärzteinitiative in Behörden, in viele Bürogebäude, Sparkassen, Redaktionen, Betriebe und ein Gerichtsgebäude (Bautzen) gerufen, weil jeweils viele Mitarbeiter im gleichen Zeitraum an unerklärlichen Symptomen litten und nicht mehr in der Lage waren ihre Aufgaben ordnungsgemäß zu erledigen. Die Beschäftigten litten unter Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, rascher Ermüdbarkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, psychischen Veränderungen, Depressionen, Übelkeit, ständigem Hungergefühl, Blutdruckschwankungen und Herzrhythmusstörungen.
Das Ergebnis dieser ärztlichen Erhebungen lautet:
Die gepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Felder (von Mobilfunksendeanlagen, schnurlosen DECT-Telefonen, WLAN u.a.) führen weit unterhalb der gültigen Grenzwerte zu einem neuen, vielschichtigen Krankheitsbild mit charakteristischer Symptomenkombination.
Die Menschen leiden an einem, mehreren oder vielen der folgenden Symptome:
· Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Unruhe, Benommenheit, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, depressive Stimmung, Antriebslosigkeit, Angststörungen, Panikattacken (nachts, auf Autobahnen), Brennen innerlich, inneres Zittern, Ohrgeräusche, Hörverlust, Hörsturz, Geräusche im Kopf, Schwindel, Nasenbluten, Sehstörungen, Augenentzündungen, Augenschwellungen, Hautveränderungen (Rötungen, Pigmentierung, Gesichtsblässe, Ringe unter den Augen), Brennen oder Kribbeln der Haut, Juckreiz, häufige Infekte, Nebenhöhlenentzündungen, Gelenk- und Gliederschmerzen, Nerven- und Weichteilschmerzen, Taubheitsgefühl, Koordinationsstörungen, Herzrhythmus- störungen, Herzrasen, Blutdruckerhöhung (anfallweise oder dauerhaft), Schilddrüsenprobleme, Haarausfall, Hormonstörungen, Appetitlosigkeit oder ständiges Hungergefühl, Übelkeit, Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme, Frösteln, nächtliches Schwitzen, häufiges nächtliches Wasserlassen, Zähneknirschen.
· Schon ab 10 µW/m² erkranken Menschen ( bei UMTS schon ab 0,1 µW/m²)
Die in Bruchhof gemessenen Werte liegen zwar weit unterhalb der z.Z. gültigen Grenzwerte, aber deutlich über den Werten, bei welchen viele Ärzte und Arbeitgeber schwere Gesundheitsschäden beobachtet haben. Bei der Firma BMW wurden Maßnahmen ergriffen um die von DECT-Telefonanlagen ausgehende HF-Belastung auf 100 µW/m² zu reduzieren.
Zur Festlegung der Grenzwerte wurden ausschließlich die thermische Wirkung der hochfrequenten elektromagnetischen Felder berücksichtigt. Gepulste hochfrequente elektro-magnetische Felder beeinflussen jedoch einen biologischen Organismus nicht nur durch Erhitzung sondern durch verschiedenste Wirkungsmechanismen auf mehreren Ebenen (Zelle, Membran, Nervenbahn, Gehirnströme, Molekül, Atom).Einzelne dieser Wirkungen werden. schon ab 0,1 µW/m² beobachtet.
Auch wurden die Auswirkungen von gleichzeitiger Exposition mit gepulsten und ungepulsten hochfrequenten EMF verschiedener Frequenzen bei der Grenzwertfestlegung nicht berücksichtigt.
Aus ärztlicher Sicht besteht dringendster Verdacht, dass ein grosser Teil der in den letzten Jahren aufgetretenen Krankheitssymptome der besuchten Anwohner in Bruchhof in ursächlichem Zusammenhang mit der Inbetriebnahme der Mobilfunksender steht.
Begründung:
1) 13 von 14 Erwachsenen haben Gesundheitsprobleme, z.T. sehr schwere. Sie sind in den letzten 3-4 Jahren aufgetreten
2) Alle 5 Kinder leiden: Schlafstörungen, nächtliches Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, depressive Stimmung, Infektanfälligkeit.
3) Es handelt sich teilweise um ungewöhnliche, neuartige Symptome (Brennen der Haut, inneres Brennen, Taubheitsgefühl, Kribbeln, schmerzende, brennende Augen).
4) Die behandelnden Ärzte konnten keine pathologischen Organbefunde erheben, welche die Symptome hätten erklären können.
5) Bei 6 Haushalten sind etliche Symptome bei vorübergehenden Aufenthalten an anderen Orten verschwunden
6) Bei etlichen stark exponierten Bäumen sind innerhalb kurzer Zeit schwere Schäden sichtbar geworden.
7) Von weiteren, teilweise schweren, Erkrankungen (z.B.Gehirnblutung bei jungem Mann im Nahbereich des Senders) in den letzen 3-4 Jahren wurde berichtet.
Folgerung:
Wenn viele Menschen auf engstem Raum erkranken, muss sofort nach der Ursache gesucht und Abhilfe geschaffen werden.
Bei Fortsetzung der Hochfrequenzimmission besteht die Gefahr, dass es bei den bereits erkrankten Anwohner durch Störung des Immunsystems, durch Störung der Hormonregulation, durch Schädigung der Blut-Hirn-Schranke, durch Schädigung der Schleimhäute, durch Blutdruckentgleisungen, Herzrhythmusstörungen und Veränderung der Blutviskosität zu lebensbedrohlichen Zuständen kommt. Bei den betroffenen Kindern sind Entwicklungsstörungen und irreversible Dauerschäden zu befürchten.
Wegen des fundierten Verdachtes auf schwere Körperverletzung durch Hochfrequenzexposition ist sofortiges Einschreiten durch die Behörden geboten.
Ich bitte um unverzügliche Einleitung von medizinischenVorortuntersuchungen im Umkreis der beiden Mobilfunksender vor und nach probeweiser Abschaltung der Sender.

Dr.med. Cornelia Waldmann-Selsam

Anlagen: Auswahl ärztlicher Atteste (1994- 2006), unbeantwortetes Schreiben des ärztlichen Qualitätszirkels an Ministerien vom Dezember 2005, Zusammenfassung Mikrowellensyndrom, Liste der untersuchten Standorte