Handy-Überwachung für jedermann(Quelle: http://www.haz.de/cgi-bin/siteyard/eigene/drucken.htd?story_id=287972&storypage=true&story_headline=Handy-Ortung%20f%FCr%20Jedermann) Vorbemerkung DLB:Dieser Artikel von Dirk Schmaler (Hannoversche Allgemeine Zeitung) zeigt, wie wir durch Angstmache (Kinderüberwachung), mit Hilfe von scheinbaren Kommunikationszwängen (Kontakt mit Freunden) und der Verlockung durch kommerzielle Vorteile (Information, Werbung) dazu manipuliert werden sollen, eine Technologie zu WÜNSCHEN, die uns zu 100% kontrollierbar macht. Wir verweisen auf unser Themenblatt Nr. 9 zur Totalüberwachung sowie auf unsere Beschreibung der Mechanismen der Gehirnwäsche. Handy-Ortung für jedermann
Mit einer SMS wird jedes Mobiltelefon zum Peilsender - misstrauische Ehepartner oder Arbeitgeber können bequem am Computer verfolgen, wo sich der Handybesitzer aufhält. Spezielle Internetdienste machen es möglich. Es klingt wie eine Orwellsche Zukunftsvision, dabei ist es längst Realität. Jeder, der ein Mobiltelefon in seiner Tasche trägt, ist nicht nur ständig erreichbar, Handynutzer sind auch immer auffindbar. Und zwar von jedermann. Mit neuen Internetdiensten ist es möglich, bequem vom Computer aus Handys zu orten und so herauszufinden, wo das Kind, der Ehemann oder der Angestellte gerade steckt - ganz legal. In Zukunft sollen die Technik auch Geschäfte nutzen, um SMS-Werbung an die gerade vorbeispazierenden Kunden zu verschicken. Man muss kein Computerexperte sein, um das Mobiltelefon zum Peilsender umzufunktionieren. Internetanbieter, wie trackyourkid.de und trackyourtruck.de sind leicht zu bedienen und versprechen "sanfte und sichere Kontrollmöglichkeit". Nach einer Anmeldung mit Namen, E-Mail-Adresse und Telefonnummer geht es los. Einfach die zu ortende Mobilfunknummer angeben, auf "orten" klicken und schon erscheint eine Straßenkarte mit einem markierten Punkt. Die Peilung hat je nach Gebiet eine Genauigkeit von bis zu 50 Meter, in ländlichen Gebieten ist der Radius größer. Einzige Sicherheitshürde: Von dem zu ortenden Gerät muss vorher eine SMS an den Anbieter versendet werden, um Einverständnis zu signalisieren. Damit soll Missbrauch verhindert werden. Allerdings ist es für Ehepartner und andere nahe stehenden Personen wohl ein Leichtes, heimlich das entsprechende Handy an sich zu nehmen und von diesem eine SMS zu versenden. Bei Diensthandys von Außendienstmitarbeitern kann der Arbeitgeber dies sogar vorschreiben. Viele Speditionen nutzen die Dienste längst, um sicherzustellen, dass ihre Fahrer auch ja keine Abstecher machen. Die niedrigen Sicherheitsstandards kritisieren auch Datenschützer. "Wenn man in der Mittagspause das Handy des Kollegen aktivieren kann und der dann jederzeit ortbar ist, ist der Missbrauch zu einfach", sagt Peter Büttgen, Sprecher des Bundesdatenschutzbeauftragten in Bonn. Grundsätzlich könne man die Technik jedoch nicht verbieten, da Anwendungsmöglichkeiten wie das Auffinden von Kindern durchaus sinnvoll sein könnten. Bei den meisten Anbietern bekommt der Geortete eine Kurznachricht, in der er über die Peilung informiert wird, verhindern kann er sie dann jedoch nicht mehr. Die Technik ist simpel. Die Anbieter stellen fest, über welchen Sendemast sich das Handy mit dem Mobilfunknetz verbindet. Dies funktioniert, sobald das Telefon eingeschaltet ist. Je dichter das Netz an Sendemasten in der Nähe, desto genauer ist die Ortung. Das Ergebnis wird dann entweder am Computer auf einer Karte samt Straßennamen und sogar Gebäudenamen dargestellt, oder per SMS auf das eigene Handy gesendet. Die Technik gibt es schon seit Jahren, seit kurzem jedoch werden die Angebote offensiver und die Zielgruppe größer. Der so genannte "Buddy Alert" ("Kumpelalarm") beispielsweise ermöglicht es Freunden, jederzeit angezeigt zu bekommen, wie weit man von seinen Freunden entfernt ist. Dazu müssen beide Seiten für 3,99 Euro monatlich Mitglied des Dienstes werden. Der Dienst sei dafür gedacht "zu wissen, wie weit die Freunde entfernt sind, während du an einem Treffpunkt wartest", heißt es auf der Homepage. Auch wenn sich der Sinn des Dienstes nicht gleich erschließt, rechnen Experten mit einem neuen Boom unter handybegeisterten Jugendlichen. Denn die Ortung von Privatpersonen im Internet ist nur der Anfang. Schon bald sollen Unternehmen die Technik nutzen, um neue Kunden zu bewerben. Die so genannten "Location Based Services" machen das möglich. Wer sich damit einverstanden erklärt, kann Informationen, Werbung und Gutscheine derjenigen Firmen empfangen, in deren Nähe er sich gerade aufhält. Allerdings ist dann eine genauere Lokalisierung des Aufenthaltsortes der Kunden notwendig, um sie quasi im Vorbeigehen mit den Sonderangeboten eines Unternehmens zu versorgen. Da trifft es sich gut, dass für UMTS deutlich kleinere Funkzellen notwendig sind. Die Genauigkeit der Ortung erhöht sich damit automatisch. Dass sich die neue Technik jedoch nicht nur zum Einkaufen, sondern sehr wohl zum Spionieren eignet, hat ein Privatdetektiv zu nutzen gewusst. Der Schnüffler hatte sein eigenes Handy bei einem Ortungs-Dienst angemeldet und klebte es als Peilsender unter ein Auto. So wusste er jederzeit, wo sich der für ihn Verdächtige gerade aufhielt. Erst nach einigen Wochen flog der Detektiv auf. Das Auto musste zur Inspektion. Dirk Schmaler http://www.haz.de/cgi-bin/siteyard/eigene/drucken.htd?story_id=287972&storypage=true&story_headline=Handy-Ortung%20f%FCr%20Jedermann
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